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9. Sitzung der AG: Wege aus dem Jammertal

Am 18. August 2026 kam die heki-AG zu ihrer 9. Sitzung zusammen. Ausgehend von den in der vorangegangenen Sitzung diskutierten strukturellen Herausforderungen richtete sich der Blick diesmal auf pädagogische Handlungsmöglichkeiten und die Frage, wie Inklusion auch unter herausfordernden Rahmenbedingungen gestaltet werden kann.

Im Rahmen eines Workshops mit Frau Kobelt-Neuhaus unter dem Titel „Wege aus dem Jammertal – Pädagogische Möglichkeiten und strukturelle Grenzen der Inklusion“ knüpfte die AG an die Diskussion über Hürden im inklusiven Kita-Alltag aus der vorangegangenen Sitzung an. Eine zentrale Botschaft lautete dabei: Inklusion ist als Menschenrecht und gesetzlicher Auftrag nicht verhandelbar – entscheidend ist nicht das „Ob“, sondern das „Wie“ der Umsetzung.

Gemeinsam wurde der Blick darauf gerichtet, dass Herausforderungen im Kita-Alltag nicht beim einzelnen Kind zu suchen sind. Auch Zeitdruck, starre Abläufe, die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Anforderungen und begrenzte Ressourcen können Teilhabe erschweren. Diskutiert wurden Möglichkeiten, das eigene pädagogische Handeln und bestehende Strukturen aus einer anderen Perspektive zu betrachten und stärker an den individuellen Bedürfnissen der Kinder auszurichten.

In der anschließenden Reflexion hoben die Teilnehmenden insbesondere den Perspektivwechsel und den Begriff des „Vielfaltsstresses“ als hilfreiche Impulse hervor. Fragen wie „Ist die Situation für die Kinder zu viel – oder für mich?“ regten dazu an, Belastungen neu einzuordnen und eigene Routinen zu hinterfragen. Deutlich wurde auch, dass bewusste Ungleichbehandlung im Sinne unterschiedlicher Unterstützung ein wichtiger Bestandteil inklusiven Handelns sein kann und dass das Setzen von Grenzen weder Scheitern noch Schwäche bedeutet.

In den Kurzberichten aus den Einrichtungen wurde deutlich, dass die Kitas im Projektverlauf unterschiedliche Entwicklungen und Erfahrungen gemacht haben. Einige berichteten von einer gestärkten inklusiven Grundhaltung, mehr Offenheit und Zusammenhalt im Team sowie von Fortschritten bei der Umsetzung eigener Projekte und partizipativer Ansätze. Gleichzeitig zeigte sich, dass Veränderungsprozesse nicht überall gleichermaßen verlaufen. So bleibt es in einzelnen Einrichtungen eine Herausforderung, neue Impulse und veränderte Haltungen nachhaltig im Team und im Kita-Alltag zu verankern.

Ein Fazit des Tages brachte dies auf den Punkt: „Inklusion ist keine Frage perfekter Bedingungen – sondern eine Frage bewusster Gestaltung.“